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Nach Scheidung: Mann wollte Ruf der Ex-Frau ruinieren

von Manuela Kalser

Zitat:
Unterkärntner rief dauernd beim Vorgesetzten der Ex-Gattin an. Nun muss er ins Gefängnis.
"Mit dem Gericht will ich nichts zu tun haben." Das sagt ausgerechnet jener Mann, der vor Gericht sitzt. Der 47-jährige Unterkärntner muss sich am Mittwoch wegen Stalkings vor Richter Gerhard Pöllinger verantworten. Er ist ein schwieriger Fall. "Ich glaube, Sie haben die Trennung von Ihrer Frau nicht verkraftet", vermutet der Richter.

"Knackpunkt" Scheidung. "40 Jahre haben Sie ein gutes Leben geführt. Doch seit Ihrer Scheidung sind Sie vom rechten Weg abgekommen." Genauer gesagt: Seit damals hat der Mann drei Vorstrafen gesammelt. Jede einzelne, weil er seine Ex belästigt hat. Einmal musste er deshalb schon in Haft, ein andermal wurde er mit einem Betretungsverbot bestraft. Doch es half alles nichts.

Streit um Besuchsrecht. "Sie hat das Haus kassiert, sie hat die drei Kinder, sie hat es besser", wettert der Angeklagte auch jetzt noch. "Ich will ja nur das Besuchsrecht." Weil es damit aber nicht so klappt, wie er will, belästigte er seine Ex-Frau wiederholt. Aber nicht, indem er sie persönlich verfolgte. Nein, diesmal schlug der Beschuldigte einen anderen Weg ein. "Sie haben mehrfach den Chef Ihrer Ex-Gattin angerufen, um die Frau dort schlecht zu machen," weiß der Richter. Die Betroffene ist im Sozialbereich tätig. Der Beschuldigte erzählt: "Ich habe sogar bei der Soziallandesrätin Gaby Schaunig wegen meiner Frau angerufen."

Stalking. Das alles fällt unter den Paragrafen "Stalking". Der Begriff kommt aus der Jägersprache und bedeutet Anpirschen an das Wild. Im Zusammenhang mit Psychoterror bedeutet Stalking ständiges Verfolgen einer Person. Der Angeklagte hat zwar nicht seine Frau persönlich belästigt, aber deren berufliches Umfeld. Dadurch hätte die Betroffene ihren Job verlieren können. "Verstehen Sie nicht, dass dies für Ihre Ex-Frau extrem belastend war?" fragt der Richter. "Doch, doch", zeigt der Angeklagte Einsicht.

Das Urteil: acht Monate bedingt, zwei unbedingt.


Quelle: Kleine Zeitung Steiermark vom 20.06.07


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