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Ehemann verfolgte seine Frau mit dem PKW durch Mesum

Zitat von Münstersche Zeitung vom 31.05.2007:

Ehemann verfolgte seine Frau mit dem PKW durch Mesum

Rheine/Mesum - "Ich habe sie damals doch noch geliebt und wollte sie unbedingt zurückhaben!" Damit begründete gestern vor dem Schöffengericht der 33-jährige N. seine Drohungen und Aktionen gegen seine sieben Jahre jüngere Ehefrau.

Teilweise war er geständig, einen geplanten Verkehrsunfall stritt er ab.

Telefonterror

Die Ehefrau schilderte, was am 7. Juli vergangenen Jahres passierte. Zuvor habe N. sie bereits mit Telefonterror überschwemmt. "An einem Tag hatte ich 85 eingegangene Gespräche von ihm auf dem Handy." Sie habe von ihm weg wollen, weil er so aggressiv sei. An diesem Tag hatte er angerufen und gedroht, sie und das gemeinsame Kind umzubringen, falls sie nicht zu ihm zurückkehre. Er werde die Bremsschläuche an ihrem Wagen beschädigen, ohne dass sie etwas feststellen könne, habe er gedroht.

Zwei Tage später wollte die junge Frau mit ihrer Freundin von Mesum nach Rheine fahren. Als sie aus dem Haus kamen, sahen sie N. in seinem Auto vor dem Haus stehen. Sie rannten zum Wagen der Ehefrau und starteten. Dann kam es zu einer gefährlichen Verfolgungsjagd quer durch Mesum. Dabei hatte N. das Fernlicht an und fuhr immer wieder ganz nah auf. Als die Frau in eine Straße nach links abbiegen wollte, raste er über den Bürgersteig und wollte seine Frau ausbremsen. Zu einem Zusammenstoß kam es nicht, da sie noch das Steuer herumreißen konnte.

Sie fuhr zu ihrer Mutter, um dort Schutz zu suchen. Doch auch dorthin folgte ihr N. Auf der Terrasse kam es zu einem Wortwechsel. N. wiederholte seine Morddrohungen. Allerdings werde er sich dabei nicht die Hände schmutzig machen, sondern seine Freunde aus der rechtsradikalen Szene würden das für ihn besorgen.

"Kopfnuss"

Bei dem Streit nahm er seine Brille ab und holte mit seiner Stirn zu einer "Kopfnuss" aus. Er habe diese allerdings nicht ausführen wollen, sagte der Angeklagte. Er habe seine Frau auch nicht anfahren wollen, sondern nur zum anhalten zwingen wollen, damit sie miteinander reden könnten.

Das Gericht glaubte der Frau und verurteile den mehrfach vorbestraften N. zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung. Zudem muss er 1000 Euro Buße zahlen. - gco


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