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Student "belagert" an Uni Wien Professor

Zitat von krone.at:
Dass "Stalking" nicht nur mit verschmähter Liebe zu tun hat, das musste ein Doktorand vor Gericht zur Kenntnis nehmen. Denn er verfolgte einen Professor und dessen Sekretärin in der Klinik beharrlich - weil er ihm keinen Betreuer für seine Doktorarbeit nannte!

Der Beschuldigte (34) hat bereits in seiner osteuropäischen Heimat promoviert und ließ sich Studium und Titel nostrifizieren, also hier anerkennen. Sein Wissens- und Forschungsdrang schien aber unersättlich, und so wollte er an der Medizinischen Uni Wien noch einen Doktortitel erwerben. Doch obwohl als Doktorand zugelassen, fand sich für ihn kein "Doktorvater". Genau diesen forderte er aber ein. Unbelehrbar, unbeirrbar. "Ich bin von Professor zu Professor gepilgert, und immer hat man mich an den obersten Chef verwiesen. Aber alle Versuche, einen Termin zu bekommen, scheiterten", sagte er vor Richterin Moravec im Wiener Landesgericht.

Der Professor sah das freilich anders. Es gab einen Gesprächstermin, der Student wollte nicht einsehen, dass es kein Thema und keinen Betreuer gab. Aber der Mann gab nicht nach. Seine "Belagerung" ging so weit, dass eine versperrbare Glastüre eingebaut, ein Sicherheitsdienst geordert und mehrfach Hausverbot ausgesprochen wurde. Die entnervte Sekretärin überlegte ihre Kündigung. Und die alarmierte Polizei trug ihn einmal mitsamt Sessel aus dem Bereich.

"Haben Sie eigentlich bemerkt, dass der Professor und die Sekretärin schon sehr beunruhigt waren?", wollte die Richterin wissen. Antwort: "Ich habe nur Ignoranz bemerkt." Die sechs Wochen bedingt wegen Stalking, nicht rechtskräftig, kann er nicht ignorieren...

Von Gabriela Gödel
www.krone.at
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Alt 06.06.2007, 02:09
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Archiduct Archiduct ist offline
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AT: Sechs Wochen bedingte Haft nach § 107a - Student verfolgte Prof.

Zitat von orf.at vom 04.06.2007:
Student "stalkte" Professor: Verurteilt
Monatelang soll ein 34-jähriger künftiger Zahnarzt den Leiter der Uni-Zahnklinik verfolgt haben, weil er keinen Betreuer für sein Doktorat bekam. Am Montag wurde er wegen beharrlicher Verfolgung zu sechs Wochen bedingt verurteilt.

Gesungen, geklatscht und Termin gefordert
Über Monate verlangte der Student vor und sogar im Arbeitszimmer des Mediziners laut stark einen Betreuer für sein Doktorat, hieß es in der Anklage. Besonders die Sekretärin sei davon betroffen gewesen. Sie hatte den "Gast" laut Anklage von Anfang Dezember bis zur Erwirkung einer einstweiligen Verfügung am 13. Februar 2007 nahezu tagtäglich am Hals.

Oft sei er stundenlang einfach nur im Warteraum gesessen, dann wieder habe er gesungen, geklatscht und immer wieder einen Vorsprechtermin bei dem Professor gefordert. Dieser sei mit den Nerven schon ziemlich am Ende gewesen und habe die Klinik nur noch durch den Hinterausgang verlassen, hieß es vor Gericht.

Die Polizei war in dieser Zeit Stammgast in der Klinik, beförderte den 34-Jährigen aus dem Gebäude. Doch zehn Minuten später war er wieder da. Die Sekretärin wollte sogar schon kündigen.

Urteil nicht rechtskräftig
Am Montag trafen einander die drei Beteiligten vor Gericht wieder. Obwohl der 34-Jährige eine wesentlich abgeschwächtere Version der Vorfälle zu Protokoll gab, wurde er nach dem "Anti-Stalking-Paragrafen" 107a zu sechs Wochen bedingter Haft verurteilt.

Der Richterspruch ist nicht rechtskräftig.
http://wien.orf.at

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